Fliegen lernen in Flugschulen, und Privatpilot werden

 

Und dann Hessen und die weite Welt von oben erkunden

Das dürfen die Flugschüler sogar bereits während ihrer Ausbildung, denn Überlandflüge gehören mit zum Unterrichts-Programm. Auch ein Alleinflug ohne Fluglehrer über eine Strecke von mindestens 270 km und mit zwei Zwischen­landungen auf fremden Flugplätzen ist notwendig, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Der folgende Erlebnisbericht zweier Flugschüler erzählt von einem mehrtägigen Ausflug an die Nordsee-Küste.

Drei Odenwälder bei den Nordlichtern.
Kann das gut gehen?

Lesen Sie hier den spannenden Bericht über drei furcht­lose Piloten auf ihrer abenteuerlichen Reise in die unbekannten Weiten kurz vorm Horizont.

Am 30. April flogen die Flugschüler der Flugschule des Aero-Clubs Odenwald, Michelstadt e.V. gemeinsam mit ihrem Flugausbildungsleiter, Wilhelm Groß, in ihr Mai-Camp auf dem ehemaligen Heeresfliegerplatz Itzehoe "Hungriger Wolf" (EDHF). Die drei Tage über den 1. Mai wollten die Flugschüler Dietmar Rapp und Karsten Klauer nutzen, um gemeinsam am Himmel über Hamburg und Schleswig-Holstein auf der D-EIKT an ihrer Flugpraxis zu feilen.

"Um 0730 UTC starteten wir mit der Vereins-Cessna F 172 N zum Hinflug via Münster-Osnabrück und Heide-Büsum nach Itzehoe. Die erste Etappe wurde von Dietmar geflogen, die zweite von Karsten nach Pilotenwechsel und Auftanken in Münster. Bei Wolken-Untergrenzen um die 4000 - 5000 ft mit vereinzelten Regen­schauern ging es im Sichtflug nach Kartennavigation hoch Richtung "Norden", bei der Insel Juist schließlich hinaus auf die Nordsee und weiter über die Inseln Norderney, Baltrum, Langeoog, Spieker­oog und Wangerooge. Vorbei an Cuxhafen landeten wir zum Zwischenstopp mit "Kilo Bravo" (oder auch "Krabbenbrot") auf dem Flugplatz Heide-Büsum. Bei aufklar­en­dem Wetter erreichten wir schließlich gegen 1400 UTC Itzehoe, wo wir von Ole vom Gastgeber-Verein Itzehoer Luftsportverein e.V. und auch allen anderen herzlich empfangen wurden.

Nach dem Check-In in unserer Unter­kunft im "Tower-Bistro" und einer kurzen Erholungspause stieg zunächst Dietmar mit Wilhelm in die Luft, um die 172er noch besser kennen zu lernen und ein paar Solo-Platzrunden auf der Itzehoer Grasbahn 27 zu fliegen. Für Karsten endete der Tag mit einem Alleinflug zum Tanken nach Rendsburg und einer Runde über Nord-Ostsee Kanal und Elbe bei Sonnen­untergang. Via VOR ELBE ging es zurück nach Itzehoe. Den Ausklang fand der Tag beim Maifeuer im Nachbarort Drage, wo wir bei lecker Bratwurst, Steak und Holsten-Bier von den Dorfbe­woh­nern gewohnt norddeutsch und warmherzig aufgenommen wurden und einen schönen Abend verbrachten.

Für Freitag hatten wir unsere Überland-Alleinflüge mit Flugauftrag geplant. Nach einem ausgiebigen Frühstück begannen wir mit Flug­planung, weight-and-balance und Wetterberatung. Am Vormittag startete zunächst Dietmar in Richtung Sankt-Peter Ording, flog nach einem kurzen Zwischenstopp weiter nach Heide-Büsum und schließlich wieder zurück. Aufgeregt und glücklich landete er gegen 1130 UTC wieder in Itzehoe. Für Karsten stand am Nach­mittag das Dreieck Flughafen Lübeck - Flughafen Kiel - Itzehoe auf dem Programm. Via VOR LUB über "November" erfolgte mit einem Airbus von "Wizzair" im Nacken der kurze Anflug auf die Piste 25 des Lübecker Flug­hafens. Anschließend ging der Flug weiter über Plön nach Kiel. Mit einem Start über die wunderschöne Kieler Bucht bei Sonnenschein und blauem Himmel ging es gegen Abend zurück nach Itzehoe.

Freitag Abend dann die schlechte Nachricht des Tages: Laut Wetter­vor­her­sage sollte der kommende Sonntag absolut nicht fliegbar sein. So entschied die Gruppe, schon am Samstag Mittag nach Hause zu fliegen. Wir nutzten den Rückflug via Paderborn-Lippstadt, um uns noch etwas mehr mit der praktischen Anwendung der Funknavigation und einer Einweisung in den Höhenflug auf FL 75 mit FIS zu befassen. Ein Ausflug in die IMC vermittelte uns die Folgen eines unbeabsichtigten Einflugs in Wolken und bot die Gelegenheit, die notwendige Umkehrkurve zu üben. Gegen 1440 UTC landeten wir schließlich wieder in Michelstadt.

Fazit des Wochenendes: Das Fliegen zwischen Festland und Wasser ist mehr als beeindruckend. Dollart, Ostfriesische Inseln, Jade, Wesermündung, Neuwerk sowie Elbe- und Eidermündung und Sperrwerk - überhaupt ist die platte Landschaft für den hügelgewohnten Odenwälder in jeder Hinsicht eine tolle Erfahrung. Die traum­haften Seenlandschaften, die Buchten mit weißem Sandstrand und den dahinter liegenden Feldern in Rapsgelb und Weidegrün sowie ringsherum das blaue Meer hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Die Karten- und Funknavigation und vor allem die Anflüge auf die Verkehrs­flughäfen sowie das Zurechtfinden auf den langen Rollwegen hat uns großen Spaß bereitet. An den Eindruck, mit der kleinen Cessna 172 auf den großen, breiten Pisten im Asphalt zu versinken, haben wir uns schnell gewöhnt und schon jetzt Lust auf mehr.

Bei der abschließenden Feierabend-Schorle nach dem Fliegerputzen waren sich alle einig: Wir werden auf jeden Fall wieder einmal bei unseren Freunden in Itzehoe vorbei schauen.

Ein großes Dankeschön an Wilhelm und Ole!"

Die Qual der Wahl vor der Pilotenausbildung

Noch vor der ersten Ausbildungstunde steht allerdings die Entscheidung, wo man seine Ausbildung zum Privatpiloten absolvieren möchte. Gegenüber einer kommerziellen Einrichtung bieten Vereins-Flugschulen zum Beispiel den Vorteil, dass der zukünftige Pilot meist kostengünstiger das Fliegen lernen kann. Obwohl das Vereinsleben sicher nicht unbedingt jedermanns Sache ist, hilft es aber unbestritten dabei, einen umfangreichen Erfahrungs-Austausch zu gewährleisten. Und theoretische und praktische Erfahrung zu sammeln, sollte das Ziel sein nach Erhalt der Pilotenlizenz. Viel fliegen fördert die fliegerische Routine, und viel fragen vertieft das theoretische Wissen. Also ganz wie im richtigen Leben.

 

Neben der Beantwortung dieser persönlichen Fragen sind natürlich auch einige formale Voraussetzungen zu erfüllen, um beginnen zu können mit dem Fliegen lernen - in Hessen sind das im Wesentlichen die gleichen wie in den anderen Bundesländern. Unsere Seite über die Pilotenausbildung stellt dazu ausführliche Informationen bereit.

 

Zur Entscheidungs-Findung, ob man denn überhaupt mit dem Fliegen Lernen beginnen möchte, ist ein kurzer Rundflug ratsam, bei dem sich Fliegen hautnah erleben lässt. Wer danach nicht mehr ganz so hoch hinaus möchte, aber trotzdem Spass am Fliegen gefunden hat, kann in unserem Verein auch das Modellfliegen betreiben, für das im Sommer an zwei Nachmittagen in der Woche die Piste reserviert ist.

 

Die Ausbildung von Privatpiloten hat in unserem Fliegerclub eine lange Tradition in der Vereinsgeschichte. Versierte Fluglehrer bilden in unserer Flugschule entsprechend den gesetzlichen Vorgaben gewissenhaft zur Erlangung folgender Lizenzen aus:


Privatpilotenlizenz nach JAR-FCL
Kontrollierter Sichtflug (CVFR)
Sichtflug bei Nacht (NVFR)
Sprechfunk im Sichtflug BZF II (deutsch)
Sprechfunk im Sichtflug BZF I (englisch)
Allgemeines Sprechfunkzeugnis AZF

Unsere Fluglehrer:


Wilhelm Gross (Ausbildungsleiter)
Telefon: 06074-2151963
E-Mail: fluglehrer-edfo(at)gmx.de

Tobias Fleischmann
Mark Juhrig
Patrick Monitzer

Unsere Schulungsflugzeuge:

Cessna F 172 N, Kennzeichen D-EIKT
Katana DV20, Kennzeichen D-EAST