Erwerb der Privatpilotenlizenz PPL(A) nach VO (EU)

Zuerst einmal haben wir im Folgenden die wichtigsten Informationen zum Erwerb der Privatpilotenlizenz PPL(A) nach VO (EU) (PDF-Datei) für Sie zusammen gestellt. Diese Lizenz berechtigt Sie innerhalb der europäischen Union zum Führen von einmotorigen kolbengetriebenen Landflugzeugen mit bis zu 2000 kg maximaler Startmasse (SEPL Single Engine Piston Land). Fliegen dürfen Sie mit dieser Lizenz nur nach Sichtflug-Regeln (VFR), können aber jederzeit auch eine weiterführende Ausbildung zur Berechtigung des Fliegens nach Instrumentenflug-Regeln (IFR) anschließen, die wir jedoch nicht in unserem Verein anbieten. Hinweise zu ergänzenden Ausbildungen wie "Kontrollierter Sichtflug CVFR" und "Nachtflugberechtigung NVFR" finden Sie weiter unten.

 

Einen umfassenden und informativen Artikel zum Thema "Wie werde ich Privatpilot?" hat uns die Zeitschrift "aerokurier" freundlicherweise zur Verfügung gestellt, den Sie hier als PDF-Datei herunterladen können.

Cessna 172 privat

Die Flugausbildung zum Erwerb der Pilotenlizenz PPL(A) (Private Pilot License) unterteilt sich in einen praktischen und einen theoretischen Abschnitt.

 

Die praktische Privatpiloten-Ausbildung absolvieren Sie je nach Vorliebe und/oder individuellem Budget entweder auf unserer zweisitzigen Katana DV 20 oder auf der viersitzigen Cessna 172. Dieser Teil der Ausbildung umfasst mindestens 45 Flugstunden, wovon wiederum mindestens 10 Stunden ohne Fluglehrer zu fliegen sind. Die praktische Navigation lernen Sie bei Streckenflügen und Flügen zu Verkehrslandeplätzen kennen und korrekt anzuwenden. Am Abschluss der Ausbildung steht ein Prüfungsflug von etwa einstündiger Dauer mit einem vom Regierungspräsidium zugeteilten Prüfer.

 

Die theoretische Privatpiloten-Ausbildung ist aufgegliedert in die Themenbereiche

  • Luftrecht
  • Navigation
  • Meteorologie
  • Aerodynamik
  • Allgemeine Flugzeugkunde mit Technik
  • Verhalten in besonderen Fällen
  • Menschliches Leistungsvermögen
  • Flugfunk (gesonderter Lehrgang)

    Der Theorieunterricht findet meistens in den Wintermonaten und vorzugsweise an Samstagen in unserem Schulungsraum statt. Wenn sich der angehende Pilot ausreichend vorbereitet fühlt, meldet ihn der Ausbildungsleiter zur Theorieprüfung an, die dann beim Regierungspräsidium in Darmstadt abgelegt wird. Dabei müssen in einem festgelegten Zeitrahmen im Multiple-Choice-Verfahren eine Reihe von Fragen beantwortet werden.

    Mit der Ausbildung können Sie jederzeit beginnen, nachdem Sie Mitglied beim Aero-Club Odenwald geworden und mindestens 17 Jahre alt sind.

    Zur Anmeldung benötigen wir:
  • Kopie des Personalausweises oder Reisepasses
  • Tauglichkeitszeugnis Klasse 2 (siehe Fliegerarzt)
  • 1 Passbild
  • ZÜP (Zuverlässigkeitsüberprüfung) nach § 7 Luftsicherheitsgesetz
  • Auszug aus dem Verkehrszentralregister
  • Sofortmaßnahmen am Unfallort

    Als verantwortlicher Pilot (PIC Pilot In Command) dürfen Sie fliegen, wenn Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

    1. Gültige Lizenz (Flugschein)
    2. Gültiges Tauglichkeitszeugnis
    3. Gültige Klassen- oder Musterberechtigung

    Zu 1. Die Erlaubnis (Lizenz) für Privatflugzeugführer ist lebenslang gültig

    Zu 2. Tauglichkeitszeugnis Klasse 2. Die Gültigkeitsdauer ist vom Alter des Piloten abhängig:

    bis 40 Jahre 60 Monate
    von 40 - 50 Jahren 24 Monate
    ab 50 Jahren 12 Monate

    Zu 3. Luftfahrzeuge sind in verschiedene Gruppen eingeteilt. Flugzeuge, die von einem Piloten geflogen werden, werden in so genannte Klassenberechtigungen zusammengefasst.

    Z.B.
    SEP L Single Engine Piston Land = Einmotorig kolbenbetriebenes Landflugzeug
    MEP L Multi Engine Piston Land = Mehrmotoriges kolbenbetriebenes Landflugzeug

    Im Anschluss an Ihre Ausbildung dürfen Sie die Klasse SEP Land fliegen. Die Klassenberechtigung hat für Sichtflieger eine Dauer von 24 Monaten. Sie wird durch folgende Bedingungen jeweils um 24 Monate verlängert.

    a) 12 Flugstunden inklusive 12 Starts und Landungen, davon 6 Stunden als verantwortlicher Flugzeugführer, innerhalb der letzten 12 Monate vor Ablauf der Klassenberechtigung.

    b) Schulungsflug von mindestens einer Stunde mit Fluglehrer. Dieser Flug kann durch jede andere Befähigungsüberprüfung oder praktische Prüfung für eine Klassen- oder Musterberechtigung ersetzt werden.

    c) Befähigungsüberprüfung mit Prüfer in den letzten 3 Monaten vor Ablauf der Gültigkeit.

    Sind die Bedingungen nach a) und b) nicht erfüllt, ist eine Überprüfung nach c) erforderlich.

    Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen gerne zu Verfügung.

 

 

Die unterschiedlichen Sprechfunkzeugnisse

Zur Vorbereitung auf die Prüfungen zur Erlangung der unten stehenden Sprechfunk-Zeugnisse bietet unser Mitglied Gerd Fleischmann (64711 Erbach, Telefon 06062-3656, gerd(at)fleischmann-mail.de ) individuelle Kurse über Skype an. Diese umfassen mindestens 10 Skype-Sitzungen sowie 4 Stunden Theorie-Unterricht. Zur Verfügung gestellt werden u.a. die Anflug- und Platzkarten der wichtigsten Verkehrsflughäfen Deutschlands.

 

BZF II (deutsch)

Zur Ausübung des Sprechfunkverkehrs in Deutsch beim Fliegen benötigen Sie als Privatpilot die Lizenz "Beschränkt gültiges Sprechfunkzeugnis II".

Die Beschränkung besteht darin, dass dieses Zeugnis auf Sichtflüge im deutschsprachigen Luftraum begrenzt ist und der Sprechfunkverkehr ausschließlich in Deutsch durchgeführt werden darf. Was auch ausschließt, dass der Pilot in oder über Flugfläche 100 hinaus fliegt, da der Funkverkehr dort in Englisch stattfindet.

In einer mündlichen Prüfung vor der Regulierungsbehörde für Post- und Telekommunikation in Eschborn muss der Bewerber nachweisen, dass er die Phraseologie ausreichend beherrscht, um einen Verkehrs-Flughafen bei Sichtwetterbedingungen anzufliegen. Und in einer theoretischen schriftlichen Prüfung (100 Fragen im Multiple-Choice-Verfahren) muss er Kenntnisse aus Luftrecht, Funknavigation und Technik nachweisen. Das Flugfunkzeugnis BZF II ist nach erfolgreich abgelegter Prüfung lebenslang gültig!

Kursgebühr € 200,-

Prüfungsgebühr € 80,-

Lehrbuch (VFR-Sprechfunk) € 44,90

 

 

 

 

 

 

BZF I (englisch)

Zur Ausübung des Sprechfunkverkehrs beim Fliegen in Englisch bedarf es der Lizenz "Beschränkt gültiges Sprechfunkzeugnis I".

Die Beschränkung besteht darin, dass der Pilot mit diesen Zeugnis nur Sichtflüge durchgeführen darf. Das jedoch im Gegensatz zum BZF II auch international. Funkverkehrssprache ist Englisch, in Deutschland wahlweise auch Deutsch.

Auch hierfür muss der Pilot eine Prüfung ablegen, bei der er nachweist, dass er die englische Phraseologie ausreichend beherrscht, um einen internationalen Flughafen bei Sichtwetterbedingungen anzufliegen. Ferner muss er in der Lage sein, englische Nachrichten für Luftfahrer, die internationale Flugberatung und das Wetterbriefing zu verstehen.

 

In einer theoretischen Prüfung (100 Fragen im Multiple-Choice-Verfahren) sind Kenntnisse aus Luftrecht, Funknavigation und Technik nachzuweisen. Ein englischer Text aus der Luftfahrt muss vorgelesen und sinngemäß übersetzt werden können. Im Sprechfunkverkehr wird ein Sichtab- und Anflug auf einen Internationalen Verkehrsflughafen in englischer Sprache simuliert. Das BZF I schließt das deutschsprachige BZF II mit ein. Deshalb muss beim direkten Erwerb des BZF I der Sprechfunkverkehr auch in deutscher Sprache durchgeführt werden. Das Flugfunkzeugnis ist lebenslänglich gültig, jedoch ist ein Nachweis der englischen Sprach-Kenntnisse alle 4 Jahre erforderlich.

Kursgebühr € 250,-
Prüfungsgebühr € 95,-
Lehrbuch (VFR-Sprechfunk, Abb. siehe oben) € 44,90 
Lehrbuch (Englisch im Cockpit) € 39,-

 

 

 

 

 

Allgemeines Sprechfunkzeugnis AZF

Um als Privatpilot auch bei Flügen nach Instrumenten-Flug-Regeln "IFR" den Sprechfunkverkehr durchführen zu können, bedarf es des AZF. Das ist sozusagen die Oberklasse der Sprechfunkzeugnisse.


Hier werden Verfahren und Sprechgruppen durchgenommen und geprüft, die man im internationalen Flugverkehr bei IFR-Flügen benötigt. Voraussetzung für die Teilnahme an der Prüfung bei der Bundesnetzagentur in Eschborn ist das englische Sprechfunkzeugnis BZF I. Zur Aufrechterhaltung der Gültigkeit des Zeugnisses ist es erforderlich, alle 4 Jahre die englischen Sprachkenntnisse in einem Sprachtest erneut nachzuweisen.

Kursgebühr € 300,-

Prüfungsgebühr € 95,-

Lehrbuch "IFR-Sprechfunk" € 44,90

Downloads

Die Links zu den Dateien sind externe Links zu den jeweiligen Behörden.

Kontrollierter Sichtflug CVFR

Inhaber beispielweise von nationalen Motorflug- oder Segelfluglizenzen können mit dem Erwerb der Berechtigung zur Durchführung kontrollierter Sichtflüge-CVFR die Privatpilotenlizenz PPL(A) nach VO (EU) erhalten. Damit sozusagen ein Upgrade durchführen. Voraussetzungen für den Erwerb der CVFR-Berechtigung sind:


1. Die theoretische Ausbildung
2. Die praktische Flugausbildung

Zu 1.
Die theoretische Ausbildung umfasst die Fächer Technik, Funknavigation, Luftverkehrs- und Flugsicherungsvorschriften. Die Ausbildung erfolgt nach individueller Vereinbarung. Die theoretische Prüfung besteht aus drei schriftlichen Arbeiten (Multiple-Choice), für die eine Bearbeitungszeit von insgesamt 2 Zeitstunden vorgesehen ist. Die Prüfung muss innerhalb von 5 Monaten nach Beginn der Ausbildung abgelegt werden.

Zu 2.
Die praktische Ausbildung umfasst mindestens 10 Flugstunden innerhalb von 5 Monaten, in denen der Sichtflug unter Verwendung der Fluglageinstrumente und der Funknavigation vermittelt werden. Die praktische Prüfung muss innerhalb von 12 Monaten nach Ablegung der theoretischen Prüfung erfolgen.

Mit bestandener theoretischer und praktischer Prüfung und einer Flugerfahrung als verantwortlicher Pilot von 75 Stunden können Sie den Antrag auf Erteilung eines PPL(A) nach VO (EU) stellen. Die Nachtflug-Berechtigung kann nur als Ergänzung zum PPL(A) nach VO (EU) erworben werden.

 

 

Nachtflugberechtigung N-VFR

Erwerb der Nachtflug-Berechtigung nach JAR-FCL als optionale Ausbildungs-Ergänzung.
Die Voraussetzungen dafür sind:

1. die Privatpilotenlizenz PPL(A) nach VO (EU)
2. die Nachtflug-Ausbildung

Zu 2. Die Nachtflug-Ausbildung umfasst mindestens fünf Flugstunden, die bei Nacht durchgeführt werden. Davon mindestens drei Stunden mit einem Lehrberechtigten, einschließlich mindestens einer Stunde Überlandnavigation sowie fünf Alleinstarts und fünf Alleinlandungen bis zum vollständigen Stillstand.